NC Muster

Einsatz wiederverwendbarer Strukturen in der Programmierung von Mehrkanal Drehbearbeitungszentren Das Projekt wurde mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft des Landes Brandenburg und der EU gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt beim Autor.

Moderne Mehrkanal Drehbearbeitungszentren zu programmieren ist eine der schwierigsten Aufgaben der NC-Technik. Neben der eigentlichen Werkstückbearbeitung spielen hier die Synchronisation der Kanäle und der maschinenspezifische Programmablauf die wesentliche Rolle. Bisherige Programmiermethoden, wie sie in gemeinsamen Projekten von Forschungseinrichtungen und der Industrie entwickelt wurden, berücksichtigen i. a. nur die schneidenden Operationen. Beispielhaft seien hier die "Werkstatt Orientierte Programmierung" (WOP) und das "knowledge based manufacturing" genannt. In der Praxis sind lange Rüst- und Einfahrzeiten, die durch die maschinenspezifische Anpassung der NC-Programme an der Maschine bedingt sind, der entscheidende Kostenfaktor. Deshalb lautet die Forderung an einen modernen NC-Programmierplatz, bereits in der Arbeitsvorbereitung die maschinenspezifischen Ablaufstrukturen und Bearbeitungsvorgänge optimal zu erzeugen.

Ziel der musterbasierten Vorgehensweise ist es, maschinenspezifische NC-Pro-grammstrukturen in Form von Mustern, den NC-Mustern, erfassbar und für komplexe Fertigungsaufgaben wiederverwendbar zu machen. Der innovative Schritt ist hierbei die Implementierung einer Entwicklungsumgebung, der NC-Workbench, zum Entwurf und Pflege von maschinenspezifischen NC-Mustern. Benutzerdefinierbare Dialoge und Auswertungsskripte werden dazu in der NC-Workbench zur Verfügung gestellt. Sie sind die informationstechnischen Bestandteile von NC-Mustern, die in einer xml-Struktur serialisiert werden. Bei diesem Ansatz wird sowohl der "top down" Entwurf als auch der "bottom up" Entwurf von NC-Mustern unterstützt, der das Erfassen implizit vorhandenen Firmenwissens in explizite Informationsstrukturen ermöglicht, eines der Highlights der musterbasierten Technologie. Die NC-Muster können dann in der NC-Workbench zu NC-Programmierplätzen für spezielle Maschinen und Teilefamilien komponiert werden. So wird das firmenspezifische Know how in wiederverwendbarer Form gesichert.

Ein in der NC-Workbench erzeugter musterbasierter NC-Programmierplatz zeigt sich für den NC-Programmierer in der optimalen Unterstützung der maschinenspezifischen Fertigungsaufgabe. Das Einfügen und Synchronisieren der Bearbeitungen pro Spindel wird durch einen "drag and drop" Algorithmus durchgeführt.

Die NC-Programmierung wird durch den Einsatz von NC-Mustern wesentlich beschleunigt und qualitativ verbessert. Wiederverwendbarkeit, Sicherung des Firmen Know hows und leichte Wartbarkeit der NC-Programme sind weitere Vorteile, durch die sich die Einführung eines musterbasierten NC-Programmierplatzes schnell bezahlt macht. Die Strategie der musterbasierten NC Programmierung ist von BinarySpaces, kombiniert mit dem Simulationssystem SIMNC Turning als Softwarepaket „NCPattern“ umgesetzt.